Chondroitin bei Aids (HIV)

Die Forschergruppe um Jurkiewicz et al. untersuchte bereits im Jahr 1989 die Anti-HIV-Aktivität von Chondroitinpolysulfat (in vitro). Dabei untersuchten sie verschiedene Chondroitinpolysulfate und Chondroitinsulfat und verglichen die Wirkung mit bekannten antiretroviralen Mitteln, wie Dermatansulfat, Heparin, Dextransulfat, Pentosanpolysulfat, Zidovudin sowie Suramin, welche oft auch als selektive Therapiemittel bei Aids zum Einsatz kommen. Es zeigte sich, dass das Chondroitinpolysulfat mit einem Molekulargewicht von 9000 Dalton die effektivste polyanionische Verbindung im Rahmen der Studie war. Das Chondroitinpolysulfat war hochspezifisch wirksam für die Inhibierung der reversen Transkriptase von HIV-1 (allerdings erst bei einer Konzentration höher als 500 Mikrogramm/ml).1

Hemmung der HIV-Replikation bei Aids durch Chondroitinsulfat aus Seegurken

Einige Jahre später, im Jahr 2013, konnten Huang et al. belegen, dass depolymerisiertes fukosyliertes Chondroitinsulfat (aus Seegurken (Thelenota ananas)) die HIV-Replikation hemmt (durch Störung des Viruseintritts). Das fukosylierte Chondroitinsulfat blockierte den Eintritt sowie die Replikation des HIV-Virus (HIV-1 IIIB), inhibierte die Infektion und unterdrückte das HIV-1-medikamentenresistente Virus. Zudem zeigte das fukosylierte Chondroitinsulfat eine hochwirksame antivirale Aktivität gegen T-20-resistente Stämme. Daher attestierten Huang et al. dem fukosylierten Chondroitinsulfat ein großes Entwicklungspotenzial zu neuartigen HIV-1-Eintrittsinhibitoren für die Behandlung von HIV-/AIDS-Patienten, vor allem für Patienten, die mit T-20-resistenten Stämmen infiziert sind.2

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