Chondroitin bei Herzerkrankungen, Herzinfarkt

Herzerkrankungen kommen sehr häufig in der Bevölkerung vor und sind eine der Hauptursachen für Mortalität. Chondroitin hingegen wird bereits seit vielen Jahren für Arthrose genommen. Im Laufe der Zeit hat sich der Kenntnisstand entwickelt, dass Arthrose-Patienten, die mit hohen Chondroitinsulfat-Dosierungen behandelt werden, eine geringere Häufigkeit von koronaren Herzkrankheiten aufweisen. Einige Quellen sprechen hier sogar von einer 7-fachen Reduktion der koronaren Herzkrankheiten bei Menschen, die Chondroitin für ihre Gelenke einnehmen.1 Genauere Aspekte dieser positiven Wirkung waren bislang unbestimmt, die nachfolgend angeführte Studie von Melgar-Lesmes et al. konnte aber den positiven Effekt einer Behandlung mit Chondroitinsulfat auf die Atherombildung belegen (über die Interaktion mit Endothelzellen und Monozyten).

Chondroitinsulfat ist eine der Hauptkomponenten der Glykokalyx (Schicht an der Außenfläche der Zellmembran von bestimmten Zellen, auch Kapsel oder Schleimhülle genannt) und ebenso wichtige Komponente für eine gesunde Endothelfunktion (neben Heparansulfat, Dermatansulfat und Keratansulfat).

Herzerkrankungen, Herzinfarkt durch Chondroitin vermeiden

Bereits in den 70er Jahren wurde Chondroitinsulfat in Forschungsarbeiten mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht, da es die pro-inflammatorische Aktivierung von Monozyten und Endothelzellen stört, die durch TNF-alpha angetrieben werden. Was wiederum dabei behilflich ist das Risiko für Herzerkrankungen zu senken.2 Atherosklerose hingegen erhöht bekannterweise das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Im Rahmen der Studie von Melgar-Lesmes et al. wurde im Jahr 2015 die Behandlung mit Chondroitinsulfat zur Modulation der Entzündung und Atherogenese (dem Entstehungsprozess der Atherosklerose bzw. „Arterienverkalkung“) bei Fettleibigkeit (bei Mäusen) genauer untersucht. Dabei konnte belegt werden, dass das Chondroitinsulfat die proinflammatorische Aktivierung von Monozyten und Endothelzellen stört, welche durch den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) angetrieben werden, wodurch die Ausbreitung von Entzündungen verringert und die Bildung von atherosklerotischen Plaques verhindert wurde.3

Was bedeutet diese Erkenntnis?

Bereits 1973 konnten Morrison und Enrick nachweisen, dass Chondroitinsulfat bei den Teilnehmern ihrer Studie dazu führte, dass weniger Personen die einen Herzinfarkt erlitten daran gestorben sind (4 in der Chondroitin-Gruppe im Vergleich zu 14 in der Gruppe ohne Chondroitin). Weiterhin verglichen sie zwei Teilnehmer-Gruppen die Chondroitin einnahmen oder nicht einnahmen bevor es zu einem Herzinfarkt kam. Mit dem Ergebnis, dass diejenige, welche Chondroitinsulfat einnahmen keinen einzigen Herzinfarkt erlitten und es bei der Gruppe ohne Chondroitin zu 10 nicht-tödlichen Herzinfarkten kam.4

Daher wird Chondroitin umgangssprachlich auch als „Heilmittel für Herzkrankheiten“ oder „Klebstoff des Lebens“ tituliert, weil es „die Zellen zusammenhält“ und „die Arterien elastischer macht“. Besonders empfehlenswert kann Chondroitin folglich unter anderem für Personen sein, die an einer koronaren Herzkrankheit leiden, einen hohen Kalziumspiegel im CT haben, unter Angina pectoris oder Claudicatio intermittens („Schaufensterkrankheit“) leiden, eine transitorische ischämische Attacke (TIA) oder einen Schlaganfall hatten. Erwähnenswert ist allerdings, dass in Fallstudien von Morrison et al. hohe Dosierungen, von bis zu 6 bis 10 Gramm Chondroitinsulfat pro Tag über ein paar Monate, verwendet wurden.5

Herzerkrankungen durch Schwefelmangel?

Mittlerweile ist bekannt, dass Schwefel ein sehr wichtiger Nährstoff für den Körper ist (einer der zehn häufigsten Nährstoffe im Körper), kommt es zu einer Mangelversorgung und fehlt es dem Körper, so kann dies die Gesundheit des Herzens beeinträchtigen. Sulfate wiederum sind Salze der Schwefelsäure. Die Einnahme von Chondroitinsulfat hingegen stellt eine Möglichkeit dar, den Körper mit Schwefel zu versorgen.6

Verbindung zwischen Chondroitinsulfat-Ansammlungen im Herz und Herzerkrankungen

Neuerdings wurden jedoch Chondroitinsulfat-Ansammlungen im Herz auch mit der Entstehung von Herzerkrankungen in Verbindung gebracht.  Diese Erkenntnisse beruhen darauf, dass sich bei der Herzerkrankung „Mukopolysaccharidose (MPS) Typ VI“ Chondroitinsulfat im Herz ansammelt (aufgrund einer genetischen Mutation, welche zu einer systematischen Chondroitinsulfat-Ansammlung führt) und Entzündungen in den Herzen von Patienten mit Herzfehlern verursacht, was zum Herzversagen führen kann.

Diese Chondroitinsulfat-Ansammlung konnten mittlerweile auch bei Herzmuskeln von Patienten mit einer Herzerkrankung ohne MPS Typ VI nachgewiesen werden, was zu neuen Erkenntnissen zur Behandlung von Herzerkrankungen führte. In einem Tiermodell konnte diese Fibrose (krankhafte Vermehrung) sowie das Fortschreiten der Erkrankung nämlich durch das Enzym Arylsulfatase B (ASB) wirksam behandelt werden und stelle somit möglicherweise eine echte Alternative zu den derzeit üblichen Behandlungsansätzen (insb. Betablocker und ACE-Hemmer) dar.7

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