Chondroitin bei der Knochenerkrankung „Kaschin-Beck“

Die Kaschin Beck Knochenerkrankung ist eine Mangelerkrankung, welche auch unter den Namen nutritive Gelenkknorpeldegeneration oder Osteoarthropathie mit Zwergwuchs bekannt ist und gehäuft in Nordostsibirien, Nordchina, Tibet, der Mongolei und Nordkorea auftritt (bei ca. 3 Millionen Menschen). Als typische Symptome gelten symmetrische Deformierungen der Gelenke bei Armen und Beinen durch Hemmung des Skelettwachstums (um das 5. Lebensjahr). In Verdacht steht ein Selenmangel, wobei eine Selensubstitution keinen positiven Effekt bei bereits bestehender Erkrankung brachte. Eine Jodsubstitution kann hingegen hilfreich sein, da bei der Kaschin Beck Krankheit auch die Schilddrüse betroffen ist.1

Frühe Forschungen deuten darauf hin, dass Chondroitin mit oder ohne Glucosamin bei Menschen mit der Kaschin Beck Knochenerkrankung die Schmerzen reduzieren kann. Zudem könne bei Menschen mit Kaschin-Beck das Chondroitinsulfat in Kombination mit Glucosaminsulfat die Verengung des Gelenkraums verlangsamen. Unklar sei allerdings, ob eine alleinige Anwendung von Chondroitinsulfat ebenfalls die Gelenkraumverengung verlangsamen kann.2

Während einer neueren Studie von Yuet et al. aus dem Jahr 2012 wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Chondroitinsulfat oder/mit Glucosaminhydrochlorid zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Dysfunktionen bei 251 Patienten mit der Kaschin-Beck-Krankheit erforscht. Die Forschergruppe konnte belegen, dass eine Kombinationstherapie von Chondroitinsulfat mit Glucosaminhydrochlorid die Schmerzen, Steifheit und den Gesamt-Score des WOMAC-Indexes signifikant verminderte (im Vergleich zu Placebo). Chondroitinsulfat alleine erwies sich ebenfalls als Wirksam bei der Verringerung der Steifheit und des Gesamt-Scores, war insgesamt aber weniger wirksam als die Kombinationstherapie. Glucosaminhydrochlorid alleine zeigte keine signifikanten positiven Wirkungen zur Verbesserung der Symptome und Dysfunktionen.3

Kaschin Beck besser mit einer Kombination von Glucosamin und Chondroitin behandeln

Vier Jahre später folgt eine Studienarbeit von X. Wu et al. über die Auswirkung von Chondroitin und/oder Glucosamin auf Patienten mit der Kaschin-Beck-Krankheit. Dabei zeigte sich, dass für die Behandlung von Kaschin-Beck eher eine Kombination von Chondroitin und Glucosamin empfohlen wird und bei dem Glucosamin inzwischen (aufgrund seiner physiologischen Funktionen) das Glucosaminsulfat als besser wirksam angesehen wird, als das Glucosaminhydrochlorid. Ferner beinhalte der wichtigste therapeutische Mechanismus der Kombinationstherapie von Chondroitin und Sulfat den Ausgleich des Knorpel-Matrixverlustes und antioxidative sowie entzündungshemmende Wirkungen. In diesem Bereich sind allerdings weitere Untersuchungen erforderlich.4

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