Sauren Reflux mit Chondroitin behandeln

Saurer Reflux bzw. Gastroösophagealer Reflux ist auch bekannt als Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre und die damit üblicherweise in Verbindung gebrachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen werden ferner unter dem Begriff gastroösophageale Refluxkrankheit zusammengefasst.1 Zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) gelten Protonenpumpenhemmer als ein wichtiger Durchbruch in der Medizin.2 Protonenpumpenhemmer werden im Volksmund auch als „Magenschutz“ (oder Magensäureblocker bzw. Säureblocker) bezeichnet und sind Medikamente, die die Bildung von Magensäure unterdrücken, durch Hemmung der H+/K+-ATPase (einer sogenannten Protonenpumpe).3

Bei mehreren Patienten mit nicht erosiven Refluxkrankheitssymptomen ist die Reaktion auf Protonenpumpenhemmer allerdings begrenzt bzw. es erfordert zusätzliche Medikamente, zur Linderung der Symptome. Zudem kann es durch die (Langzeit-) Einnahme von Protonenpumpenhemmern zu möglichen Nebenwirkungen kommen (unter anderem zu einer Anfälligkeit gegenüber Knochenbrüchen, Darminfektionen, Steigerung der Empfindlichkeit des Magens). Dennoch wurden die Protonenpumpenhemmer in den letzten Jahrzenten als die am meisten bevorzugte Therapie für alle Fälle von Gastroösophageale Refluxkrankheiten eingesetzt, obwohl bekannt ist, dass etwa 30% bis 40% nicht auf Protonenpumpenhemmer ansprechen. Dies beruhe darauf, dass sie vielmehr eine viszerale Hyperalgesie (eine die Eingeweide betreffende übermäßige Schmerzempfindlichkeit) sind, als eine Übersäuerung.

Neuere Behandlungsmöglichkeiten gegen die Refluxkrankheit

Neuere Behandlungsmöglichkeiten können allerdings helfen diese Refluxfälle besser zu behandeln und die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern. Eine Kombination von Hyaluronsäure zusammen mit Chondroitin (dispergiert in einem biologischen Adhäsivträger zur Bildung eines makromolekularen Komplexes) beispielweise unterstützt das Beschichten der Speiseröhrenschleimhaut und dient als Puffer, zur Bildung einer mechanischen Barriere gegen den Rückfluss. Zudem fördert die Hyaluronsäure die Wundheilung und Geweberegeneration, während das Chondroitinsulfat über eine entzündungshemmende und schleimhautschützende Wirkung verfügt. In medizinischen Studien wurde bereits die Kombination von Hyaluronsäure mit Chondroitinsulfat entweder einzeln oder ergänzend zu einer Behandlung mit Protonenpumpenhemmer untersucht, einschließlich der nichterosiven-Refluxkrankheit sowie refraktärer Reflux-Fälle.4

Die Forschergruppe um B. Palmieri et al. untersuchte beispielsweise die Wirkung einer fixen Kombination von Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat zur Behandlung der Symptome bei Patienten mit nicht erosivem gastroösophagealen Reflux und veröffentlichte ihre Ergebnisse im Jahr 2016. Die Forscher belegten, dass eine Behandlung mit Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat im Vergleich zu Placebo eine signifikante Verbesserung der Symptome brachte, sowohl das Sodbrennen, als auch die Säureregeneration waren signifikant verbessert.

Zudem wurde bei der Hälfte der Patienten das vollständige Verschwinden der Symptome beobachtet (bei der Placebo-Gruppe lediglich bei 10% der Patienten). Außerdem wurde von den Patienten deutlich häufiger eine Wirkgeschwindigkeit, im Vergleich zur Placebo-Gruppe, von weniger oder gleich 30 Minuten berichtet. Daraus folgerten B. Palmieri et al., dass eine feste Kombination von Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat bei der gastroösophagealen Refluxkontrolle rasch wirksam ist.5

Schleimhautschutz kombiniert mit einer Säureunterdrückung

Eine weitere Studie zu dieser Thematik wurde im Jahr 2017 von Savarino, Pace und Scarpignato durchgeführt. Die Forschergruppe untersuchte die Wirksamkeit einer bioadhäsiven Formulierung auf Hyaluronsäure-Chondroitinsulfat-Basis bei der Behandlung der nicht-erosiven Refluxkrankheit. Besonderes Augenmerk lag hier allerdings auf einen Vergleich zwischen der Formulierung auf Hyaluronsäure-Chondroitinsulfat-Basis, einer alleinigen Protonenpumpenhemmer-Behandlung und einer Kombinationstherapie von beidem, beziehungsweise einem Schleimhautschutz kombiniert mit einer Säureunterdrückung.

Die Studie zeigte eindeutig, dass am Ende der Behandlung die Anwendung der Formulierung auf Hyaluronsäure-Chondroitinsulfat-Basis einem Placebo überlegen war. Darüber hinaus zeigte sich aber auch der synergistische Effekt zwischen der Formulierung auf Hyaluronsäure-Chondroitinsulfat-Basis mit einer Protonenpumpenhemmer-Behandlung. Dieser synergistische Effekt lege ferner nahe, dass der zur Säureunterdrückung kombinierte/hinzugefügte Schleimhautschutz, die Symptome und die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Patienten mit nicht erosiver Refluxkrankheit eindeutig verbessern kann.6

So verwundert es nicht, dass Ramnani, Mukherjee und Bisharah in ihrem im Jahr 2018 veröffentlichtem evidenzbasiertem Ansatz zur Prüfung von aufkommenden Therapiemöglichkeiten bei refraktärer Gastroösophagealen Refluxkrankheiten zu dem Fazit kamen, dass Schleimhautschutzmittel die Remission verlängern und den Rückfall verzögern können, indem das Endziel der Behandlung der Gastroösophagealen Refluxkrankheit erreicht wird. Zudem haben die Entwicklung von neuen Schleimhautschutzmittel auf Basis von Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat auf diesem speziellen Gebiet neue Forschungsmöglichkeiten eröffnet.7

Sauren Reflux mit Kombinationstherapie behandeln

Darüber hinaus kann ein Sirup mit Chondroitinsulfat und Hyaluronsäure auch bei saurem Reflux zusammen Medikamenten zur Neutralisierung der Magensäure (beispielsweise Antazida) angewendet werden, um die Intensität der sauren Rückflusssymptome zu verringern.8

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